"MAMATSCHI SCHENK MIR EIN PFERDCHEN"

Dieses Lied hat mir mein Vater oft  vorgesungen und es hat mich
jedesmal sehr traurig gemacht. Das ist auch noch heute so.
Aber trotzdem mag ich es wahnsinnig gern.

Es war einmal ein kleines Bübchen, Der bettelte so nett und süß
Mamatschi schenk mir ein Pferdchen. Ein Pferdchen wär mein Paradies
Und da erhielt der kleine Mann ein Pferdepaar aus Marzipan
Die blickt er an er weint und spricht: Solche Pferde wollt ich nicht

Mamatschi schenk mir ein Pferdchen
Ein Pferdchen wär' mein Paradies
Mamatschi solche Pferde wollt ich nicht
Der Winter war ins Land gezogen. Und seine Bitte ward erhört
Es kam das Christkindlein geflogen. Und brachte ihm was er begehrt
Unter dem Christbaum standen stolz zwei Pferde aus lackiertem Holz
Die blickt er an er weint und spricht: Solche Pferde wollt ich nicht

Und viele Jahre sind vergangen. Und aus dem Jungen wurd' ein Mann.
Da hielt, die Fenster dicht verhangen, vorm Haus ein prächtiges Gespann
Vor einer Prunkkarosse stehn vier Pferde reich geschmückt und schön
Die trugen ihm sein armes Mütterlein. Da fiel ihm seine Jugend ein.
Mamatschi schenk mir ein Pferdchen. Ein Pferdchen wär' mein Paradies.
Mamatschi Trauerpferde wollt ich nicht .

Denn Traurigsein gehört genauso zum Leben wie Glücklichsein. Wie Licht und Schatten. Das Eine existiert nicht ohne das Andere.